Henri Poincaré: Wissenschaft und Hypothese

Produktinformationen "Henri Poincaré: Wissenschaft und Hypothese"

Wissenschaft und Hypothese ist das berümteste der vier philosophischen Werke Henri Poincarés. Es erschien 1902 in Paris, d.h. drei Jahre vor der Formulierung der Speziellen Relativitätstheorie durch Albert Einstein (der Poincarés Schriften gut kannte). Der Einfluss des von Poincaré mit begründeten sog. Konventionalismus, der in diesem und den anderen seiner philosophischen Titel dargelegt wird, hatte erheblichen Einfluss auf den Wiener Kreis um Carnap, Schlick u.a. und damit auf die gesamte Analytische Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Zitat aus diesem Buch: "Manche sind darüber verwundert, daß man gewissen fundamentalen Prinzipien der Wissenschaft den Charakter freier konventioneller Festsetzungen beilegen soll. Sie haben übermäßig verallgemeinern wollen und dabei ver­gessen, daß Freiheit nicht Willkür ist. Sie gelangten so zu dem sogenannten "Nominalismus" und sie fragten sich, ob der Gelehrte sich nicht durch seine Definitionen be­trügen läßt und ob die Welt, die er zu entdecken glaubt, nicht einfach nur durch die Willkür seiner Laune geschaffen ist. Bei diesem Standpunkte wäre die Wissenschaft sicher begründet, aber sie wäre ihrer Tragweite beraubt. Wenn dem so wäre, so wäre die Wissenschaft ohn­mächtig. Nun haben wir aber jeden Tag ihren Einfluß vor Augen. Das könnte nicht der Fall sein, wenn sie uns nicht etwas Reelles erkennen ließe; aber was sie erreichen kann, sind nicht die Dinge selbst, wie die naiven Dogmatiker meinen, sondern es sind einzig die Beziehungen zwischen den Dingen; außerhalb dieser Be­ziehungen gibt es keine erkennbare Wirklichkeit."


Vollständig durchgesehene Neuauflage der autorisierten deutschen Erstausgabe (Leipzig 1906). Mit erläuternden Anmerkungen von F. und L. Lindemann.

ISBN: 3-936532-24-9 (ca. 395 Seiten / Taschenbuch)
Preis: 24,00 Euro